Im Laufe seines 18-jährigen Bestehens entwickelte sich der Grinzane Cavour-Preis zu einer echten, kulturellen Stiftung für junge Menschen. Grinzane ist ein origineller Preis, der nicht - wie viele andere - mit der offiziellen Verleihungsfeier endet; er ist vielmehr ein kontinuierlicher, den Schulen zur Verfügung stehender, kultureller Dienst für eine echte Beziehung zwischen Erzählkunst und den jungen Lesern.
Parallel dazu nahm Grinzane immer stärker eine internationale Rolle ein und förderte zahlreiche Initiativen im Ausland im Einverständnis mit den anderen europäischen Staaten.
Ausgehend von diesem letzten, bedeutenden Interesse entwickelte der Grinzane Cavour-Preis ein Leitprojekt für die Bildung eines europäischen Netzes für die Förderung des Buches, der Literatur und Übersetzung.
Der Zweck des Netzes ist, eine kooperative Beziehung zwischen den "Bücherinstituten", den Lesezentren und ähnlichen, bereits in den Mitgliedsstaaten vorhandenen Organisationen und anderen Akademikern des Sektors zu bilden. Das Ziel ist die Förderung der literarischen Arbeiten, Bevorteilung der von europäischen Autoren abgefassten Texte und der Austausch zwischen den Akademikern des Sektors, die Unterstützung der sprachlichen und kulturellen Verschiedenheiten, die Verwirklichung von Forschungen und Sondierungen in Europa und zum Schluss die Förderung des Interesses des Publikums für die Literatur.
Die Zielsetzung des Projektes ist, eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenartigen Zentren zu ermöglichen, die die Förderung des Buches und der Literatur zum gemeinsamen Ziel haben und dieses Ziel über verschiedene Mittel verfolgen (Übersetzung, Verbreitung der Literatur, Filmkunst- und Theatervorstellungen usw.)
Der Ausführungsplan sieht sechs Projekte vor:
1) Statistische Sondierung des nationalen Büchermarktes in den verschiedenen Mitgliedsstaaten. Ein Fragebogen über die in Übersetzung meist gelesenen, jungen, modernen Autore für Bibliotheken, Verleger und Übersetzungsbüros. Der Fragebogen erlaubt die Auswertung der heutigen Übersetzungstendenzen in jedem Mitgliedsstaat und liefert Hinweise über den Vertrieb der Werke junger europäischer Autoren.
2) Austauschprogramm der Akademiker des Sektors, durch Stipendien finanziert, damit Schriftsteller, Übersetzer, Forscher, Bibliothekare und kulturelle Arbeiter die Möglichkeit haben, eine Zeit in parallelen Institutionen anderer Länder zu verbringen und die normale Arbeitsabwicklung kennen zu lernen und daran Teil zu haben. Die Berufsausbildung und die Verwendung neuer Technologien haben dabei den Vorrang. Die Aufenthaltsdauer in den beteiligten Zentren beträgt zehn Tage.
3) Die Bildung einer telematischen Zeitschrift in Internet (die jedoch auch ausgedruckt wird). Diese Zeitschrift enthält Arbeiten und Artikel über Bücher, Literatur und Übersetzungen und weitere praktische und professionelle Informationen. Es sind zwei Monographie-Ausgaben vorgesehen. Die Zeitschrift dient auch als Forum für die Diskussion über heutige Probleme.
4) Eine Ausschreibung für junge Europäer (16 - 18 Jahre) mit dem Thema: Das Buch, das mir am besten gefiel. Die Jugendlichen werden aufgefordert, in einer Seite Überlegungen über ein Buch aufzuschreiben, das ihr Leben veränderte. Die besten Arbeiten werden in einigen bekannten Zeitungen veröffentlicht.
5) Der "Generalzustand" des Buches, der Literatur und der Übersetzung. Es werden drei Plenarversammlungen mit den Themen: Buch, Literatur und Übersetzung abgehalten, in denen die Spezialisten des Gebietes die Lage in den verschiedenen Sektoren erklären und die voraussichtlichen Tendenzen für dieses Jahrtausend skizzieren. Es wird ein "weißes Buch" abgefasst.
6) Auf Grund der Ergebnisse des Punktes 5 startet die Bildung eines permanenten Observatoriums der Literatur und der Übersetzungen, das die aus allen europäischen Ländern eingehenden Informationen sammelt. Eine Vorausetzung für das Observatorium ist eine Datenbank über die Argumente: Literatur, Volumina des Büchermarktes, Prozentsatz an übersetzten Büchern, Besuch und Benutzung der Bibliotheken, Lesekompetenz und zurück kehrender Analphabetismus usw.